AHS Reininghaus, Graz – 1. Preis gewonnen!!!

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Bildung | EU-weiter, offener, einstufiger Realisierungswettbewerb für Generalplanerleistungen: 1.Preis, 2020 | Ort: Graz | Bauherr: BIG Bundesimmobiliengesellschaft | Neubau 9.000m2 | Landschaftsplanung: Studio Boden
Ziel des Wettbewerbes war die Erlangung von Vorentwurfskonzepten für den Neubau der AHS Reininghaus am Quartier 12/Bauplatz 4 der Reininghausgründe in Graz. Die Schule beinhaltet insgesamt 36 Klassen als AHS-Langform.

Städtebaulich
Die 4-geschoßige Bebauung für die neue AHS Reininghaus erstreckt sich L-förmig entlang der Straßenzüge Am Steinfeld und Margarethe-Schütte-Lihotzky-Straße und bildet den lärmschützenden, nordöstlichen Abschluss des Quartiers 12. Die zentrale Abtreppung Richtung Südwesten fragmentiert die kompakte, L-förmige Baumasse – eine markante Sequenz aus Terrasseneinschnitten entsteht, diese schafft Identität und Orientierung. Angrenzend liegt der großzügige begrünte Schulhof, eingebettet durch das Schulgebäude, fungiert er als geschützter halböffentlicher Ort der Begegnung und des Verweilens. Er tritt in Verbindung zum Schulvorplatz und bietet die Möglichkeit einer schulübergreifenden Nutzung des Öffentlichen Raumes.

Hülle und Fülle
Leitgedanke des Projektes ist das Wechselspiel zweier Schichten: Die Hülle beinhaltet bandartig kompakt angeordnete Unterrichtsräume mit Orientierung nach außen. Die Fülle im Zentrum des Gebäudes schafft eine zauberhafte und inspirierende Lernwelt und fördert das Erlebbar machen von Gemeinschaft. Ein fließender Raumverbund von Lerninseln, Erschließungsflächen und Terrassengärten, lichtdurchflutet mit vielschichtigen Blickbeziehungen entsteht. Die eingeschnittenen begrünten Terrassen sowie der Schulhof bleiben stets spürbar und unterstützen die Orientierung.

Aula – Schulhof
Um den Schulhof positionieren sich die transparenten multifunktionalen Räumlichkeiten Aula, Buffett mit Speisesaal und Mehrzwecksaal. Die zweigeschoßige Empfangsaula wird östlich von einer breiten Sitztreppe mit Blick auf den Schulhof gefasst, die als Tribüne aber auch als Erweiterung der Bibliothek und des Buffets benutzt werden kann. Im Schulalltag bietet das helle Erdgeschoß weitläufigen Raum für Pausenaufenthalt, temporäre Ausstellungen und klassenübergreifenden Unterricht im Innen- als auch im Außenbereich. Das Raumangebot ist flexibel kombinierbar und auch als zusammenhängende multifunktionale Gesamtfläche für große Veranstaltungen nutzbar.

Erschließung
Das möglichst kurze und klare Wegesystem besteht aus zwei Erschließungskernen, die alle Cluster und Departments ohne Durchwegung anderer Funktionsbereiche erfassen. Vom zentralen Ankommen am Schulhof führt der tägliche, interne Schulweg für SchülerInnen über die Aula durch die Garderobe zu den Erschließungskernen, alle Räume sind so auch barrierefrei erreichbar. Zusätzlich verbindet die zentrale breite Sitztreppe ins 1.Obergeschoß direkt die Sonderfunktionen Aula, Verwaltung und Bibliothek. Der Zugang an der Margarethe-Schütte-Lihotzky-Straße ermöglicht eine externe Turnsaalnutzung sowie den direkten Anschluss zum Bezirkssportplatz. Entlang der Erschließungsstraße befinden sich die Küchen und Müllräume sowie die Parkplätze und Fahrradabstellplätze. Zusätzlich ermöglichen die Terrassen einen außenliegenden Schleichweg vom Schulhof in jedes Geschoß.

Funktionsbereiche
Die in sich abgeschlossenen Bereiche für Cluster und Homebase befinden sich jeweils an den Enden der drei Obergeschosse, so wie alle Departments sind auch sie direkt am Erschließungs- und Versorgungskern angeschlossen. Die vier Unterrichtsräume und der Lehrerarbeitsplatz der Cluster umfassen eine flexible offene Lernzone, die sich zum Schulplatz orientiert und je nach Bedarf bespielt werden kann. Die Cluster sowie die Homebase vermitteln Geborgenheit und Rückzug. Dazwischen befinden sich die Departments, dessen Lerninseln im direkten Kontakt zu den Terrassengärten stehen.

Landschaft
Der Schulhof mit lockerem Baumhain bietet einen zentralen unbespielten Platz sowie schattige Bereiche mit Sitzgelegenheiten. Die Terrassengärten werden mit Kletterpflanzen umhüllt, die auch als Sonnenschutz dienen und einer Überhitzung entgegentreten, über den Jahresverlauf erwirken sie verschiedene Eindrücke (Blüten, Duft, Herbstfärbung der Blätter). Auch eine Freiluftklasse wird angeboten. Das Landschaftsdach bietet naturnahe Bepflanzung wie Kräuter, Blumen und Gräsern (Biodiversität) und Regenwasserrückhalt und ermöglicht flexible Bespielung im Außenbereich.